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01.10.2011
Fachartikel

Öffentlichkeitsarbeit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter hat ein Handbuch zur Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Adressaten sind öffentliche und freie Träger, Vereine etc. Da eine Vervielfältigung der Inhalte des Handbuches vom Herausgeber erwünscht wird, haben wir dieses Thema als Schwerpunktthema gewählt und nachfolgend Auszüge aus diesem Buch für Sie ausgewählt.

Was ist eigentlich Öffentlichkeitsarbeit?

Die Frage ist nicht akademisch, sondern führt unmittelbar zur eigentlichen Frage: Wer macht Öffentlichkeitsarbeit? Wer soll sie machen? Die Antwort ist ebenso einfach wie kompliziert: alle. Immer dann, wenn eine Organisation Kontakt mit der Außenwelt hat, dann praktiziert sie automatisch auch Öffentlichkeitsarbeit. Jede Kommunikation nach außen ist Öffentlichkeitsarbeit! Dieser einfache Satz hilft, die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit zu erkennen, aber er beantwortet nicht die Frage, wer für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Hier hilft eine wissenschaftliche Definition.

Öffentlichkeitsarbeit (die gleichzusetzen ist mit PR – Public Relations) ist:

  • die systematische Beziehungsarbeit einer Organisation,
  • mit ausgewählten Zielgruppen,
  • über Informations- und Kommunikationsangebote,
  • mit dem Ziel der Bekanntheit, des Vertrauens oder der Unterstützung.

Der wichtigste Aspekt dieser Definition steckt im Wort „systematisch“. Eine systematische Beziehungsarbeit bedeutet, dass nichts dem Zufall überlassen wird. Oder in anderen Worten: Öffentlichkeitsarbeit ist Chefsache. Der Wille zur systematischen Kommunikation muss von der Organisationsleitung ausgehen. Auch die Frage, wie man mit der Außenwelt in Verbindung tritt (Wie sieht das Corporate Design aus? Gibt es eine ausführliche Internetseite? Welches Selbstbild hat die Organisation? Wer informiert wann die Presse über was?) muss von der Führungsebene festgelegt werden. Ebenso wie die Frage, wer die Öffentlichkeitsarbeit operativ übernimmt.

Die anderen Teile der Definition erweitern unseren Blick auf die Aufgabe: Es geht um Beziehung. Und Beziehung funktioniert nur in zwei Richtungen. Die Organisation ist also nicht nur Sender, sondern auch Empfänger von Kommunikation. Sie kommuniziert mit ausgewählten Zielgruppen – Presse, Institutionen, Politiker, Bürger, Mitarbeitern oder andere – und erwartet und verarbeitet deren Rückmeldungen.

Die Informations- und Kommunikationsangebote sind vielfältig: Von der klassischen Pressearbeit über das sogenannte Mission Statement (Wofür steht eigentlich unsere Organisation?) bis zur Beilage in einer Zeitschrift. Wichtig ist dabei nicht nur, die eigenen Ressourcen im Blick zu haben, sondern auch die Zielsetzung. (Wer macht was und warum überhaupt? Wie viel Zeit und Geld kann investiert werden?).

Mit der Frage nach der Zielsetzung sind wir wieder am Anfang. Denn diese Frage stellt sich nicht nur bei den ganz konkreten Maßnahmen (Mit welchem Ziel möchte ich die Eröffnung des neuen Kinderschutzzentrums kommunizieren?), sondern sie stellt sich auch an den Anfang jeglicher Öffentlichkeitsarbeit. Was will die Organisation mit allen Kommunikationsmitteln und Botschaften erreichen? Wie will sie wahrgenommen werden? Über diese Frage muss von der Leitung der Organisation nachgedacht werden – noch bevor konkrete Aufgaben verteilt werden.

Öffentlichkeitsarbeit ohne Vorkenntnisse

Wir wollen in diesem Kapitel ganz Vorne anfangen, um eine einheitliche Informationsgrundlage zu schaffen. Gehen wir also von folgendem Szenario aus: In Ihrem Jugendamt, Institution oder Behörde oder in Ihrem Projektteam werden verschiedene Aufgaben definiert und verteilt. Ihnen fällt per Definition nun der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu – im englischen Sprachraum auch als Public Relations (übersetzt = öffentliche Beziehungspflege / Kontaktpflege / Meinungspflege / Vertrauenswerbung) oder in Kurzform PR genannt. Sie freuen sich auf diese neue Aufgabe, haben aber noch nie mit diesen Dingen gearbeitet. Sie sind gleichsam frei von jeglichen Vorurteilen und Erfolgserlebnissen. Ihr Schreibtisch ist mit sogenannten PR-Themen noch nie in Berührung gekommen. Womit fangen Sie an?

Die wichtigsten Ziele

Welche Vorteile versprechen sich Organisationen von Public Relations? Nachfolgend eine Reihe von Nennungen, die bei einer wissenschaftlichen Untersuchung zu Tage kamen:

Die Nennung folgt dem Grad der Wichtigkeit für die befragten 500 Unternehmen. An erster Stelle steht somit das positive Firmenimage. Praktisch jedes Unternehmen hat daran ein großes Interesse. Hier ist ein Jugendamt oder eine Einrichtung der freien und öffentlichen Jugendhilfe ganz ähnlich gelagert.

Die wichtigsten Regeln

  • PR-Arbeit ist Beziehungsarbeit: Und Beziehungsarbeit benötigt Zeit und Ausdauer.
  • PR-Arbeit ist Schreibarbeit: Und Schreibarbeit benötigt Übung und nochmals Übung.
  • PR-Arbeit ist mit Kosten verbunden: Kalkulieren Sie ihre Aktionen deshalb immer durch.
  • PR-Arbeit kann mit üblichen Controlling-Szenarien nicht gemessen werden, nur mittelbar.
  • PR-Arbeit muss die Multiplikatoren erreichen, die Medien also, und über sie die Öffentlichkeit.

Aufbau eines positiven Erscheinungsbildes, Erhöhung der Bekanntheit in der Öffentlichkeit, Förderung des Ansehens in der Öffentlichkeit, Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber, Verbesserung der internen Information über Aufgaben und Ziele, Motivationssteigerung der Mitarbeiter.

Reden wir also von PR-Arbeit bzw. Öffentlichkeitsarbeit, dann denken wir in erster Linie an die Presse als das nach wie vor beste Transfermedium unserer Botschaften hin zur Bevölkerung. Wir sollten uns aber darin nicht erschöpfen, denn das Internet hat die Gewohnheiten der Informationsbeschaffung wesentlich verändert […] und muss als eigenständiges Informationsmedium immer stärker beachtet werden.

Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen einen Einblick geben, wie ein für Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter/-in organisatorisch, technisch, inhaltlich und atmosphärisch aufgestellt sein sollte. Es ist eine Idealvorstellung, die als Orientierung dienen soll.

Organisatorische Voraussetzungen

Ihre Kontaktpartner bei der Presse wollen eindeutige Strukturen vorfinden. Definieren Sie diese Strukturen deshalb gleich zu Beginn Ihrer Arbeit:

  • Sie sind der einzige definierte Ansprechpartner für die Medien. Verbreiten Sie diese Tatsache intern an alle Kolleginnen und Kollegen, sowie extern an alle relevanten Medien. Nehmen Sie dabei den ersten Kontakt auf. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie Medien für einen Smalltalk kurz besuchen. Ein viertelstündiges Kennenlernen reicht in der Regel aus.
  • Sie sind möglichst jederzeit zu erreichen. Hinterlegen Sie bei den Medien Ihre Kontaktdaten: Namen, Funktion, Adresse, Telefon, Telefax, Handy, Email. Ihre Post und Telefaxe sollten Sie täglich in Empfang nehmen können. Emails rufen Sie täglich aus Ihrem Postfach ab.
  • Sie reagieren zeitnah auf Medienanfragen, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Anfragen vom Freitag beantworten Sie spätestens am Montag. Liefern Sie dabei alle Infos, die Sie schon weitergeben können. Besorgen Sie sich kurzfristig Zusatzinfos in den jeweiligen Projektteams, und geben Sie diese gesicherten Infos nach kurzer Abstimmung entsprechend weiter.
  • Sie liefern verlässliche Informationen. Dazu benötigen Sie neben einem Archiv auch den Zugriff auf fachliche Hilfe von außen. Definieren Sie deshalb einen Spezialistenpool für Fragen zum Projekt und zu Ihrer Organisation. Fassen Sie diese Infos in einer Art Telefonliste zusammen.

Darüber hinaus benötigen Sie einen voll funktionsfähigen Arbeitsplatz mit der üblichen Ausstattung sowie Visitenkarten mit dem Hinweis „Öffentlichkeitsarbeit”.

Technische Voraussetzungen

Installieren Sie die technische Ausstattung für Ihr „PR-Büro“. Wichtig für eine erfolgreiche Arbeit sind nachfolgende Utensilien und Geräte:

  • Telefon, Telefax und Handy
  • PC mit Internet-Anschluss und Email-Dienst sowie einen schnellen Drucker mit mindestens gutem Schriftbild, dazu ausreichend Papiervorrat und Ersatztinte bzw. -toner. Ideal wäre ein sogenanntes Multifunktionsgerät mit den Funktionen Drucker, Scanner, Kopierer und Telefax
  • Speichermedien zur täglichen Datensicherung (mehrere größere USB-Sticks reichen in der Regel). Sichern Sie täglich auf wechselnden Sticks – jeden Abend, bevor Sie das Büro verlassen. Sichern Sie Ihre Daten auch tagsüber
  • zweckmäßige Büro-Software (Microsoft Office oder OpenOffice) inklusive guter Adress-Verwaltung und Email-Programm
  • eine funktionsfähige Fotoausrüstung: Kameras mit Super-Zoom mit sehr guter Bildqualität. SD-Cards sind ideal, Ersatzakkus sind sinnvoll
  • ein Radio, um aktuelle Nachrichten abhören zu können,
  • ein TV-Gerät mit Videorekorder (für eventuelle TV-Mitschnitte). Hier bieten sich sogenannte Festplattenrecorder (DVR = digitaler Videorecorder) mit DVD-Brenner an, mit denen Sie mehrere Tage nonstop Sendungen auf Festplatte speichern und dann auf DVD brennen können
  • und eventuell ein (digitales) Diktiergerät für neue Ideen, wenn Sie gerade nichts zum Schreiben bei sich haben. Mittelklasse-Mobiltelefone haben diese Funktion heute integriert.

Inhaltliche Voraussetzungen

  • ein Zugang zu den wichtigsten Tageszeitung vor Ort sowie zu Fachzeitschriften und Fachinformationsdiensten
  • zusätzliche Fachliteratur: ein oder mehrere gute PR-Bücher, hier sollten Sie nicht nur auf Empfehlungen achten, sondern selbst in einer Fachbuchhandlung das eine oder andere Buch durchblättern
  • Lexika zur Rechtschreibung, Fremdwörter sowie Fremdsprachen-Lexika
  • ein lokales und ein regionales Telefonbuch
  • Branchentelefonbücher wie die Gelben Seiten
  • ein Behördenverzeichnis Ihrer Stadt
  • ein allgemeinbildendes mehrbändiges und aktuelles Lexikon (Taschenbuchausgabe reicht). Alternativ finden Sie viel Gutes heute auch im Web, z.B. unter www.wikipedia.org
  • ein Archiv mit Sonderpublikationen und Fachthemen sowie
  • geografische Karten Ihrer Stadt/Landkreis (Stadtpläne, Straßenkarten)

Atmosphärische Voraussetzungen

  • Wenn Sie in Ihrem Büro etwas Atmosphäre erzeugen können, dann tun Sie dies bitte. Blumen und Pflanzen wirken auf Besucher immer sehr vorteilhaft
  • einen Grundvorrat an Kaltgetränken für überraschende Besuche von Presseleuten sowie Kaffee oder Tee
  • fachspezifische Poster, große Fotos zum Thema, die Bezug auf Ihr Projekt und Ihre Arbeit nehmen
  • wenn Sie Auszeichnungen und Preise für Ihre Arbeit oder Projekt bekommen haben, dann sollten Sie diese im Sichtfeld der Besucher platzieren. So leiten Sie ganz unbewusst mögliche Gesprächsthemen in die von Ihnen gewünschte Richtung.

Personelle Voraussetzungen

Die Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit eines Jugendamtes oder einer sozialen Organisation ist in höchsten Maße eine Frage der inneren Einstellung zu diesem Job, und ist deshalb immer nur so gut, wie der jeweilige PR-Mitarbeiter. Es gibt wenige Jobs, die in so hohem Maße vom persönlichen Profil und Einsatz des Mitarbeiters abhängen.

Denn klar strukturierte und systematisch ergebnisbezogene Arbeitsabläufe sind in der Regel in der Öffentlichkeitsarbeit nicht vorhanden. Es kommt also wesentlich auf die innere Einstellung an – Fleiß, Disziplin, Selbstorganisation, Ehrlichkeit, Kontaktfreude, Teamfähigkeit und natürlich auch Kostenbewusstsein. Ein guter PR-Mensch kann seinen Arbeitgeber selbst mit einfachsten Mitteln bei vielen Gelegenheiten glänzen lassen.

Die Qualität eines guten PR-Mitarbeiters definiert sich darüber hinaus über seine Eigenschaften als Teamplayer und Systemversteher. Selbstdarsteller haben in dieser Position nichts verloren, weil die wesentlichste persönliche Eigenschaft auf dieser Position die elegante Zurückhaltung ist. Es geht hier nicht um persönliche Profilierung, sondern um das Wohl der Organisation.

Ein guter PR-Mensch muss sich darüber hinaus in höchstem Maße mit seinem Jugendamt oder seiner sozialen Organisation identifizieren. Nur so erreicht er jene Authentizität, die jederzeit inner- und außerbetrieblich spürbar sein muss, und damit die feste Grundlage seiner Glaubwürdigkeit gegenüber der Öffentlichkeit darstellt.

Handlungsarten der PR-Arbeit

Es gibt zwei Handlungsarten der Öffentlichkeitsarbeit, derer man sich im PR-Bereich
bedient:

  • der aktiven Öffentlichkeitsarbeit und
  • der reaktiven Öffentlichkeitsarbeit.

Während man bei der aktiven Öffentlichkeitsarbeit versucht, eigene Themen zum gewünschten Zeitpunkt erfolgversprechend zu platzieren, ist man bei der so genannten reaktiven Öffentlichkeitsarbeit oft auch in der Rolle des Gejagten, typisch zum Beispiel in Krisensituationen. Es gibt aber Ausnahmen, die Sie nutzen können.

Aktive PR – Sie streuen Themen selbst

Sie können wirklich jeden beliebigen Inhalt zum Thema der Presse (in der Öffentlichkeit) machen, wenn Sie es schaffen, das Medium als Präsentationspartner mit ins Boot zu bekommen. Regen Sie zum Beispiel ein Open-Air-Konzert einer Jugendband an. Der Ertrag geht in einen neu gegründeten Suchtmittelfonds im Landkreis. Radiomoderatoren des Lokalsenders übernehmen dabei die Moderation. Lassen Sie in Schulen entsprechende Slogans und Plakate entwerfen. Daraus könnte ein Wettbewerb entstehen, der ebenfalls mediale und damit öffentlichkeitswirksame Aufmerksamkeit erzeugt.

Ein wesentlicher Grundsatz für die Medienarbeit ist, die Bandbreite eines Themas auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dabei muss das Thema konsequent auf einzelne Kernaussagen reduziert werden, mit der unerfreulichen Nebenwirkung, dass differenzierte Teilaspekte in der öffentlichen Diskussion untergehen. Doch diesen Kompromiss muss eigentlich jeder eingehen, der von den Medien wahrgenommen werden will. Komplexität ist in der Wissenschaft besser aufgehoben als in der Presse.

Stellen Sie sich selbst also zu jeder Aktion und zu jedem Projekt einige selbstkritische Grundfragen: Was will ich eigentlich sagen? Auf welche Kernpunkte will ich im Beitrag hinweisen? Maximal fünf zentrale Aussagen in einem 100-Zeilen-Artikel sind für den Leser mehr als genug. Zum Vergleich: Bei zehn Artikeln auf einer Zeitungsseite und 24 Seiten Umfang präsentiert man Ihnen in einer Tageszeitung rund 1.200 Neuigkeiten täglich.

Außerdem: versuchen Sie das Thema zu personifizieren. Die Amerikaner nennen das “to make people heroes”, und wollen damit immer die besonderen Verdienste einzelner Menschen hervorheben.

Aber Achtung: Menschen, die sich rein beruflich für eine Idee einsetzen, sind damit nicht ausschließlich gemeint. Denn das ist eigentlich ihr Job. Dafür werden sie bezahlt. Eher sind ehrenamtliche Helfer, zusätzliche Freizeit-Engagements oder ähnliches gemeint; also Menschen, die sich freiwillig eines Problems annehmen und dabei Außergewöhnliches leisten.

Wenn Sie es schaffen, mit Ihren Beiträgen beim Medienvertreter eine persönliche Betroffenheit herzustellen, werden Sie Erfolg haben. Dabei ist die Bandbreite an interessanten Themen durchaus weit gestreut. Zum Beispiel:

  • Thema: Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt: Wo und wie kann Ihr Amt in welchen Fällen wirklich konkret und schnell helfen, inkl. Infokasten mit Namen und Telefonnummern. Welche direkten Konsequenzen auf die Bürger hat der Abbau des Sozialstaates etc. Profilieren Sie sich als Dienstleister.
  • Sie können Sachtexte vorbereiten: z.B. zu Fallzahlentwicklungen im ASD;
  • Sie können Reportagen vorbereiten: ein Tag im Heim, ein Tag in der Kindertagesstätte, ein Tag mit dem Team Frühe Hilfen. Das braucht allerdings Textübung. Sie können sich anfangs von einem Profi helfen lassen.
  • Sie können Einrichtungen vorstellen, die sich mit einem ganz bestimmten Thema befassen bzw. konkrete Personengruppen betreuen, die sonst nirgends im Landkreis betreut werden,
  • Sie können soziale Entwicklungen beschreiben und mit detaillierten statistischen Angaben zu früher und heute würzen, und damit den Erfolg darstellen,
  • Sie können einen neuen Teamleiter vorstellen: Was will der neue Mann oder die neue Frau auf dieser Position konkret zum Wohle der Allgemeinheit erreichen?
  • Sie können die Neueröffnung von Einrichtungen beschreiben und den Nutzwert für die Öffentlichkeit ansprechen,
  • Sie können die Arbeit in einem Kinder- und Jugendzirkus als wichtigen Beitrag künftiger Team- und Handlungskompetenz von Auszubildenden in der Sonderbeilage einer Tageszeitung zum Thema ‚Qualifikationen im Job’ darstellen; oder eine solche Beilage selbst anregen und einen Themenvorschlag machen. Die Zeitung wird dafür interessierte Anzeigenkunden finden.

Reaktive PR – Sie reagieren auf Trends

Vorteilhaft erfolgversprechend ist auch die reaktive Medienarbeit, wenn man sich bei Thementrends den Medien als Fachmann anbietet, z.B. bei den Themen Kinderarmut, Integration oder Jugendgewalt, um wenige Beispiel zu nennen. Organisieren Sie ein Pressegespräch oder eine medienwirksame Podiumsdiskussionen mit Experten sowie der Regional- oder der Lokalprominenz zu diesem Thema. Hier können Sie unterschwellig Ihre Arbeit vorstellen und Ihre Fachkompetenz zum Thema vermitteln.

Allerdings ist hier Tempo gefordert. Manche Themen laufen in den Medien nur wenige Tage. Sie müssen deshalb schnell reagieren, zum Beispiel, um Mitstreiter zu finden mit der Zeitung oder einem anderem Medium eine passende Veranstaltung zu organisieren. Hier kann und muss man vorarbeiten, damit zur richtigen Zeit die richtigen Personen greifbar sind. In gewisser Weise ist dieses Vorgehen natürlich populistisch, aber so funktioniert unsere Gesellschaft eben. Auf lange interne Abstimmungsdiskussionen müssen Sie verzichten. Das ist auch gar nicht nötig, denn Sie sind ja selbst nicht angegriffen worden. Sie übernehmen vielmehr die Rolle des Moderators, der das aktuelle Fachwissen zum Wohle der Öffentlichkeit aus den verschiedensten Bereichen bündelt.

Instrumente der PR-Arbeit

Der Einsatz der passenden PR-Instrumente setzt voraus, dass man sich intensive Gedanken über die Ziele gemacht hat, die man mit PR/Öffentlichkeitsarbeit erreichen will und kann.

Überblick über PR-Instrumente

Nachfolgend eine weitgehend vollständige Liste erprobter PR-Instrumente, aus der sich jeder das Geeignete entsprechend seinem PR-Ziel aussuchen kann:
Pressekonferenzen, Pressegespräche, Kamingespräche, Interviews, Presseaussendungen, Infodienste, Newsletter, Blogs, Fotodienste, Pressefahrten, Pressemappen, Journalistenservice, Infografik-Dienst, Bücher, Broschüren, Folder, Informationsdienste, Flugblätter, Manuskripte, Zeitschriften, Jubiläumsschriften, Internet/Website, Einladungen in jeglicher Form, Betriebsbesichtigungen und Führungen, Vorträge, Reden, Herausgabe von Vortragsdiensten, Seminare, Kolloquien, Tagungen, Schulungen, Tag der Offenen Tür, Podiumsdiskussionen, Round-Table-Gespräche, Brainstormings, Direct Mailings, Jour-Fixes, Stammtische, Wettbewerbe und Incentives, Preisausschreiben, Jurys, Ausschüsse, Ideensitzungen, Vortragsreihen, interne Diskussionen, kulturelle Veranstaltungen Sportveranstaltungen, Einladung zu Jubiläen, Ehrungen, Eröffnungen, Einweihungen, Geburtstagsfesten, Fachbesichtigungen und Fachreisen, Auszeichnungen und Orden, Glückwünsche, Schulveranstaltungen, Lern- und Lehrmittel für Schulen, Sponsoring, Patenschaften, Firmenmuseum, Sonderbriefmarken, Forschungspreise, Stipendien, Stiftungen, Ehrenmitgliedschaften.

Typisierung der PR-Instrumente

Die Instrumente für das Erreichen der gewünschten PR-Ziele lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: PR-Instrumente mit direkter Ansprache der Zielgruppe sowie PRInstrumente mit indirekter Ansprache der Zielgruppe, wobei direkt und indirekt hier mit personell und interpersonell gleichzusetzen ist. Eine Pressekonferenz ist demnach ein PR-Instrument, mit dem die Zielgruppe Medien ganz direkt erreicht wird, und die Zielgruppe Bevölkerung nur indirekt über den Umweg Presse erreicht wird. Die personelle Ansprache setzt dabei auf eine wechselseitige und unmittelbare Kommunikation zwischen der Organisation und seiner Zielgruppe. Pressekonferenzen sind deshalb typische personelle PR-Instrumente. Dort können die Fachkräfte und die Zielgruppe Journalisten über ein Thema ganz unmittelbar diskutieren. Dasselbe trifft für Podiumsdiskussionen oder Vorträge zu. Hier sind die Akteure die Institutionen und die eingeladene Öffentlichkeit.

Die interpersonelle Kommunikation ist hingegen eine klassische Einbahnstraße. Informationen werden über ein definiertes Transportmedium weiter gegeben, zum Beispiel vom Unternehmen eine Broschüre an die Bevölkerung. Eine unmittelbare Diskussion über die Inhalte findet zwischen den Kommunikationspartnern nicht statt, was im gewählten Fall auch nicht gewünscht ist.

Wertigkeit der PR-Instrumente

Allgemein gilt: Institutionen definieren die Wahl des passenden PR-Instruments nach der Qualität der erzielbaren Erfolge. Die Wahl des passenden PR-Instruments wird also wesentlich vom sogenannten PR-Wert bestimmt, den selbst schlaue Köpfe auch über vielseitig bewährte betriebswirtschaftlicher Rechenmodelle nicht messen können. Daraus folgt, dass auch in Zeiten von Internet und Sozialen Netzwerken die klassische Pressearbeit als nach wie vor sehr zweckmäßiges PR-Instrument angesehen werden kann. Ein Nebeneinander ist der Trend. Hier sind Synergieeffekte möglich, bedenken Sie jedoch, dass die unterschiedlichen Medien unterschiedliche Aufbereitungen erfordern.

Das Inhaltsverzeichnis finden Sie unter
www.moses-online.de/node/9194

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